Kann ein Zusammenbruch verhindert werden? 0 76

Monatelang mussten alle Groß-Events auf Eis gelegt werden. Mittlerweile dürfen wieder einzelne Veranstaltungen stattfinden – allerdings unter erheblichen Einschränkungen. Diese gehen so weit, dass viele Kulturbetreiber die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer Veranstaltung von vornherein ausschließen.

Aus diesem Grund forderte die Live-Veranstaltungsbranche auf einer Pressekonferenz am 3. September in Berlin von der Politik unverzügliche Hilfen. Der Wirtschaftszweig brauche endlich eine Perspektive, die es ermögliche, die Corona-Krise zu überleben.

„Wir respektieren selbstverständlich alle zum Schutz vor Corona-Infektionen gebotenen Maßnahmen“, stellt der Veranstaltungsunternehmer Dieter Semmelmann klar. „Aber wenn die es erforderlich machen, dass Veranstaltungen weiterhin nur unter derart eingeschränkten Bedingungen durchgeführt werden dürfen, wird unser Wirtschaftszweig nur überleben, wenn uns schnell umfangreiche finanzielle Hilfen zuteilwerden.“

Semmelmann organisiert die sieben Neustart-Open Airs, die ab 4. September in der Waldbühne Berlin stattfinden. Für seine Veranstaltungen in der 22.000 Personen fassenden Waldbühne darf er pro Konzert 5.000 Besucher empfangen und muss strenge Hygienevorschriften umsetzen. „Wir haben zusammen mit den Künstlern beschlossen, besser etwas als gar nichts zu machen.“ Der Verband fordert daher bis zur kompletten Wiedereröffnung umfassende finanzielle Hilfen mindestens in Höhe der unternehmerischen Fixkosten ebenso wie der variablen Kosten. Nur so könne der totale Zusammenbruch der Branche verhindert und ein Wiedereinstieg im kommenden Jahr ermöglicht werden.