World Club Dome Zero Gravity 0 152

Zur Mondlandung 1969 saßen Millionen Menschen gebannt vor ihren Fernsehern. Es war ein großes Ereignis, zu dem man sich verabredete, ein riesiges gesellschaftliches Happening und prägender Punkt im Leben einer gesamten Generation. Mittlerweile werden solche Ereignisse nicht mehr an flimmernden Kisten verfolgt, sondern auf Abermillionen Laptops, Smartphones und Tablets. Livestreams können per Mausklick ausgewählt werden und so sind die Ereignisse unserer Generation, die so verfolgt werden, eher wie folgt zu beschreiben:

Aufnahmen des ZeroG Fluges

2012: Energydrink-Hersteller Red Bull lässt Felix Baumgartner von enormer Höhe aus der Stratosphäre, die als "beinahe Weltraum" gelten mag, springen.

2018: Am 6. Februar startet Elon Musk's Weltraum-Unternehmen SpaceX die bisher größte Rakete überhaupt ins All. Als Fracht lässt er öffentlichkeitswirksam ein Tesla-Cabrio mit einem experimentellen Raumanzug als Insassen auf eine marsnahe Umlaufbahn schießen. Die Booster-Raketen landen wohlbehalten wieder auf der Erde. Alles noch nur in der Testphase. Dennoch verfolgen Millionen Menschen den Livestream.

Nur einen Tag später folgt ein Ereignis, das uns weniger tief in den Weltraum bringt, aber wie keines der anderen auf einer ganz persönlichen Ebene Menschen von allen Kontinenten vereint: Über Musik und positive Emotionen. Über Glückshormone, die gemeinsam ausgeschüttet werden.

Diesen Meilenstein hat am 7. Februar BigCityBeats mit dem schwerelosen WORLD CLUB DOME ZERO GRAVITY geschaffen. Sie verwandelten ihren Auftakt, offiziell die Pre-Party zum 3-tägigen World Club Dome 2018, in eine weltexklusive Party in der Schwerelosigkeit. So wie Datrock natürlich auf dem großen World Club Dome jedes Jahr mit mehreren Fotografen vertreten ist, könnten wir uns auch die Pressekonferenz zum ersten World Club Dome in der Schwerelosigkeit nicht entgehen lassen. Der ehemalige Kanzlerinnen-Flieger, umgebaut zum ZeroG Airbus (wobei ZeroG für Zero Gravity steht), der im Parabelflug seine Passagiere in die Schwerelosigkeit befördert, startete vom Frankfurter Flughafen Fraport, die BigCityBeats World Club Dome-Veranstalter Bernd Breiter auch schon bei bisherigen Projekten als Unterstützer seiner verrückten Veranstaltungs-Vorhaben an seiner Seite hat.

Hier gibts unsere Bilder

Auf der Pressekonferenz scherzte er zwar, dass diese Partner immer eine leichte Angst ergreife, wenn er zum Hörer greift um ihnen seine neuesten Vorhaben vorzustellen. Doch diese wussten ihm zu versichern, dass sie nur gute Erfahrungen mit ihm gemacht haben und schon weitere gemeinsame Projekte andenken. Es scheint öfter zu passieren, dass diesen sympathischen, offenen Mann eine Idee packt. Anders als viele andere Menschen verfolgt er sie jedoch konsequent und klopft dabei an die richtigen Türen. Breiter, der früher selbst den Traum hatte, Atronaut zu werden, erzählte zur Entstehung dieses Projekts folgendes: "Die Idee zum World Club Dome Zero Gravity kam mir Sonntagmorgens im Bett. Ich habe eine Wissenschaftssendung geschaut und da kam die Idee, den ersten Club in der Schwerelosigkeit zu veranstalten." Nur 11 Monate nach Beginn der Planungen konnte dieses einmalige Event dann stattfinden.



Unter den mehr als 50 Teilnehmern des Fluges waren Gewinner, die aus unzähligen Bewerbungen aus aller Welt ausgewählt wurden, darunter Teilnehmer aus Australien, Brasilien, Korea, Indien, Deutschland u. a. Um eine Chance zur Teilnahme zu erhalten, mussten sich die Teilnehmer mit einem 20-sekündigen Video bewerben. 20 Sekunden entsprechen dabei dem Zeitraum, den man am Stück bei so einem Flug schwerelos ist. Insgesamt dauerte der Flug ca. 90 Minuten. Als um 15:19 Ortszeit die Meldung gemacht wurde, der World Club Dome Zero Gravity-Flug sei wohlbehalten gelandet, warteten alle gespannt auf die ersten Gesichter der Menschen an Bord. Erstaunliche Entspannung stand ihnen ins Gesicht geschrieben, anhaltende Begeisterung und die Gewissheit, Teil von etwas absolut einmaligem gewesen zu sein. Im Pressebereich, in dem für die wartenden Journalisten wie für den online verfolgbaren Livestream die World Club Dome- DJs Le Shuuk und Freischwimmer die Wartezeit mit soliden Sets überbrückten, tauchten die stolzen Teilnehmer wenige Minuten später auf und standen Frage und Antwort.

Das versammelte Podium- Ganz links zunächst W&W und Steve Aoki

Die Star-DJs Steve Aoki und W&W, die mit an Bord des gerne "Kotzbomber" genannten ZeroG-Flugs waren, berichteten als erste von ihren Eindrücken. Aoki, schon immer ein großer Fan von Extremen, war sichtlich begeistert und ist auch auf dem Videomaterial vom Flug in den wildesten Posen zu sehen. Laut eigener Aussage sei ein Flug in der Schwerelosigkeit ohnehin schon immer auf seiner Wunschliste gestanden und als die Anfrage dann kam, dort auch noch aufzulegen, war er sofort Feuer und Flamme. Er fügte hinzu: "Dass so eine Idee von Bernd, von BigCityBeats, dem Veranstalter solch unglaublicher Events kommt, war eigentlich klar!" Vom DJ-Duo W&W berichtete Ward von den Schwierigkeiten des Auflegens in der Schwerelosigkeit: "Wirklich auflegen, während du schwerelos bist und gerade von deinem DJ-Equipment wegschwebst, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit." Er erinnerte sich, wie BigCityBeats-Kopf Bernd Breiter den beiden die Idee in Indien vorgestellt hatte. "Wir haben natürlich sofort zugesagt, aber die nächsten Tage danach waren wir damit beschäftigt, zu googlen, wie das genau funktioniert und aussieht." Sein Partner Willem, ohnehin in Interviews öfter ruhiger, wirkte währenddessen noch ein wenig mitgenommen vom Flug.

ESA-Astronaut Pedro Duque im InterviewAnschließend waren die beiden sich jedoch einig: "Das ist schon unglaublich und unschlagbar. Damit setzt man den Maßstab weltweit natürlich extrem hoch. Wenn jemand so etwas noch toppen kann, dann nur World Club Dome!" Von den beiden erfahrenen ESA-Astronauten, die den Flug begleiteten, gab es auch viel Lob für die unglaubliche Stimmung auf diesem Flug im "Kotzbomber". Jean-Francois Clervoy und Pedro Duque feierten an diesem Tag in Frankfurt zudem das zehnjährige Jubiläum des europäischen Kolumbus-Moduls auf der Internationalen Raumstation ISS. Ihre Hoffnung ist, dass durch Aktionen wie diese ein verstärktes Bewusstsein für die Wichtigkeit der europäischen Raumfahrt und -Forschung gerade bei jungen Menschen entsteht und sich mehr Menschen auch für Berufe in diesen Bereichen interessieren.